Sonntag , September 26 2021
Wichtige Neuigkeiten

Fastnacht Chronik

Einleitung

Wer in Heddernheim die Menschen erreichen und begeistern will, der sollte Fastnacht machen. Das hat die Kolpingsfamilie schon kurz nach ihrer Gründung begriffen. Deshalb gibt es die Kolping Fastnacht schon fast genauso lange, wie die Kolpingsfamilie Heddernheim existiert.

In der 5. Jahreszeit wird Heddernheim zu „Klaa Paris“, die Garden ziehen durch die Straßen, in den Sälen laufen die Sitzungen der verschiedenen Fastnachtsvereine und überall ist Kolping mittendrin. Anfangs mit Beteiligungen an der Pfarrfastnacht von St. Peter und Paul, seit Ende der Fünfziger Jahre mit einer eigenen Sitzung. Gute Beziehungen zu den ortsansässigen Vereinen machen diese Sitzung möglich. Die Turner stellen ihre Turnhalle zu Verfügung, die „Heddemer Käwwern“ Dekoration, Technik und ihre Garden mit den Tänzen. Aber alles was sich sonst auf der Bühne und im Saal tummelt, ist Eigengewächs. Darauf ist die Kolpingsfamilie mit Recht stolz.

Frauengruppe

Eine der ältesten Gruppen. Ursprünglich geleitet, mit Texten ausgestattet und musikalisch unterstützt von Alfons Amthor, hat sie durch die Jahrzehnte einige Wandlungen durchgemacht. Geblieben ist aber immer: bei den Frauen wird gesungen und auch – mal mehr mal weniger – getanzt. Nach Alfons Amthor war Charlotte Lehna federführend in der Gruppe. Danach kamen die Texte von Ellen Aumüller. Unter ihrer 10-jährigen Regie wurden die Frauen auch etwas tänzerischer, und zwar so sehr, dass sich Helga Schepp für sie zu interessieren begann. Sie führte die Truppe einige Jahre. Wie sich die Frauen dabei fühlten, drückten sie mit ihrem neuen Namen aus: sie waren jetzt nicht mehr einfach die Kolping-Frauen-Gruppe, sondern die „Gaudi-Weiber“.

Im Laufe der Jahre wechselte die Zusammensetzung. Frauen der ersten Stunde verließen die Truppe, andere, jüngere, rückten nach, manche machten Babypause (die Truppe schrumpfte) aber sie kamen danach wieder und brachten Freundinnen mit (die Truppe wuchs).

Nun sind sie ein bunt zusammengewürfelter lustiger Haufen von derzeit 22 Frauen und sind zwischen 20 und 70 Jahre jung.

Sie treffen sich jeden ersten Freitag im Monat zu einer gemeinsamen Unternehmung. Mal wandern sie oder lassen sich im Planwagen durch die Gegend fahren, sie besuchen den Weihnachtsmarkt, gehen ins Theater oder lassen es sich auf dem Museumsuferfest gut gehen. Jeder der Lust hat, geht einfach mit.

Sportlich wird es bei ihnen, wenn sie sich zu einer abendlichen Radtour auf ihre Drahtesel schwingen.

Der jährlicher Gaudiweiberausflug ist das Highlight. Sie fahren dann über ein Wochenende alle zusammen weg und erkunden bekannte und unbekannte Ecken Deutschlands, natürlich immer mit viel Spaß und Gaudi.

Neben den geselligen Treffen helfen die Gaudi-Weiber natürlich auch bei Projekten und Aktivitäten der Kolpingsfamilie Heddernheim. So helfen sie z.B. beim Straßenfest, dem Weihnachtsmarkt und der Kleidersammlung, wo auch immer ihre Hilfe für einen guten Zweck benötigt wird

Einmal im Jahr wagen sie sich dann an die ganz große Öffentlichkeit zu ihrem Auftritt bei unserer Kolping-Fastnachtssitzung. Ab September trifft sich dann der tanz- und bühnenbereite Teil der Gruppe zur regelmäßigen Probe. Zu ihren Bühnenerfolg tragen maßgeblich natürlich die beiden Trainerinnen Melanie Schmitz und Elvira Baier bei. Die Beiden formen in mühevoller Kleinarbeit aus dieser Durcheinander-Quasselstrippen-Frauentanztruppe einen bühnenreifen Sing-und Tanzauftritt.

Kolpings Gaudi-Weiber: ganz normale Frauen, die sich das Jahr über um Beruf, Haushalt, Kinder, Mann, soziale Aufgaben und Aufgaben in der Kolpingsfamilie kümmern. An Fastnacht zeigen sie, welche Talente noch in ihnen schlummern.


Männergruppe

Wer die Kolpingfastnacht schon lange kennt, erinnert sich gerne an die dramatisch-komischen Opern, die bis in die 60ziger Jahre am Ende jeder Sitzung aufgeführt wurden: Hoffmanns Erzählungen mit „Heldentenor“ Ewald Block, Zar und Zimmermann, Carmen und dergleichen mehr. Irgendwann war der Aufwand zu groß, der Texter Karl Perotte tot, einige Darsteller, wie Walter Spychalla, zu alt, so dass die Opern ersatzlos gestrichen wurden.

Aber einige der jungen Männer hatten neue Ideen. Es entstand eine lustige Männertruppe unter Leitung von Wolfgang Aumüller. Sie traten das erste Mal als „Alte Turner“ zur Musik „Heinzelmännchens Wachtparade“ auf. Der Erfolg bestärkte sie und die nächsten Jahre fanden sie immer wieder neue Themen: ungeschickte Handwerker, Schulklasse, Schneewittchen und die sieben Zwerge… alles urkomische Pantomimen mit leicht akrobatischem Einschlag. Die Musik kam vom Band und wenn das nicht möglich war, setzte sich Manfred Amthor zur musikalischen Begleitung auch mal an’s Klavier. Ihren Höhepunkt erreichte diese Truppe als „Menschenfresser und Urwald-Forscher“ zu der Musik „Habba Habba Cannibali“ von den Comedian Harmonists. (Unvergessen dabei: Bernd Block als „Forscher“ mit dem Schmetterlingsnetz).

Auch hier lag der Fortschritt im Wandel. Wolfgang Aumüller übernahm andere Aufgaben und verließ die Männergruppe, die sich in der Folge irgendwie immer selbst organisierte und ihre Zusammensetzung ständig veränderte. Männer gingen, neue kamen hinzu, Auftritte wurden geplant, geübt, kurz vor der Sitzung total über den Haufen geworfen, völlig neu gestaltet. Requisiten wurden gebastelt und fingen an, von Jahr zu Jahr eine größere Rolle zu spielen. Bei der Generalprobe kam die Truppe mit riesigem Kostümfundus und Requisiten an, die entweder nicht fertig waren oder nicht funktionierten. Bei der Vorstellung ihres Programms hieß es immer wieder: „so und jetzt käme das, aber das haben wir noch nicht geprobt, und dann machen wir es so, aber das geht nur einmal nämlich in der Sitzung, weil das Requisit dabei kaputt geht. Und dann kommt ein Playback, aber da ist die Aufnahme noch nicht richtig gut. O.k., o.k., den Text lernen wir auch noch.“

Der Karnevalsausschuss amüsierte sich und hatte dabei trotzdem panische Gefühle: das klappt doch nie!… Na, Hauptsache, sie sind komisch! Auf der Sitzung geschah dann so etwas wie ein kleines Wunder: es klappte (fast) immer, und es war (immer) urkomisch. Auftretende Pannen reizten das Publikum nur zu noch mehr Gelächter und Applaus, zumal hier mit viel Selbstironie die eigenen Fehler auch mal auf die Schippe genommen wurden. So wirkten einige, obwohl sie sich wie die Teddybären bewegten, allein durch ihre imponierenden Bäuche, die sie oftmals auch noch mit Damenkleidern mehr oder weniger verhüllten. Typen wie Franz Stegerwald brauchten die Bühne nur zu betreten und schon lösten sie schallendes Gelächter und frenetischen Applaus aus.
Grundsätzlich regierte in diesem Männerhaufen aber das Chaos. So hatten sie prompt ihren Namen weg: Gruppe Chaos. Weil sie so chaotisch waren, vergaßen sie eines Tages bei der Beschriftung einer ihrer Requisiten das „H“. Von nun an hießen sie also Gruppe Caos.

Gruppe Caos ohne „H“,darauf legen sie inzwischen großen Wert, auch wenn sich das Chaos allem Anschein nach zu ordnen scheint.

Gruppe Jungkolping

Ja, die gab es auch einmal. Inzwischen ist diese Gruppe aufgegangen in den anderen Gruppen: die Frauen trifft man jetzt bei den „Gaudi-Weibern“ und die Männer in der Gruppe Caos. Einige „privatisieren“, die trifft man höchstens noch im Publikum oder im Elferrat.

Trotzdem erwähnenswert: allein die Erinnerung an Thomas Ritz als Engel oder als auf den Schultern hereingetragenes Tanzmariechen. Die wunderbare Schau „Schwanensee“ oder die Disney-Mickey-Mäuse“ behalten wir alle gerne in Erinnerung.

Die Messdiener

Hatte Kolping ursprünglich damit angefangen, Programmteile zur Pfarrfastnacht beizusteuern, so war es plötzlich umgekehrt: eine Gruppierung der Pfarrei integrierte sich mit ihrer Programmnummer in die Kolpingsitzung.

Sie haben frische, neue Ideen mitgebracht und brachten Farbe und einen neuen Rhythmus in die Fastnacht: sie persiflierten – äußerst gekonnt und bis ins Detail fein beobachtet – Pastoralreferent, Pfarrer sowie Personen, Sitten und Gebräuche der Gemeinde.

Sie sangen, ob mit, ob ohne Stimmbruch, sie tanzten, und rappten. Und sie profitierten – auch kein Geheimnis – von den guten Ideen und der universellen Begabung von Dominika Juraschek. Leider hat die Gruppe sich bereits seit einiger Zeit aus der Fastnacht zurückgezogen und konzentriert sich wieder auf andere Aufgaben. Vielleicht haben wir allerdings in der Zukunft wieder einmal die Möglichkeit an unserer Kolpingsitzung die Messdienser auf der Bühne zu sehen.

Die Kindergruppe

Eine Mini-Tanzgruppe niedlicher, kostümierter Kinder kommt immer gut an. Deshalb traten in unserer Sitzung jahrelang die „Minis“ von den Heddemer Käwwern auf. Eine gern gesehene und vom Publikum viel beklatschte Programmnummer.

Die jungen Ehepaare in der Kolpingsfamilie bekamen mit der Zeit Kinder, die Familie Schlosser sogar drei auf einmal, die Familie Ritz hatte auch schon drei und Elvira Baier, die Schwester von Thomas Ritz, tat es ihrem Bruder gleich.
Diese Kinder wuchsen mit der Narretei ihrer Eltern auf, waren auf Proben und Generalproben dabei und sogen die Fastnacht mit der Muttermilch ein.

Was tun solche Kinder?

    1. . Sie probieren mal aus, wie das so ist, vor Publikum zu stehen.
      . Sie verkleiden sich gerne.
    1. . Sie wollen tanzen.

Aber tanzen nicht irgendwo und irgendwie, nein, sie wollen an Fastnacht tanzen. Sie bringen noch andere Kolpingkinder mit, sie löchern ihre Mütter, und schon hatten Elvira Baier, Maria Schlosser und Monika Ritz eine neue Aufgabe: Sie begannen ganz bescheiden die „Kolping-Minis“ zu trainieren. Die Kinder traten beim Ordensfest auf, oder auch mal in Nordwest-Zentrum. Gut ist noch der niedliche Holzhacker-Tanz samt Baumstamm und selbst gebastelter Papp-Säge in Erinnerung. Das ging so zwei, drei Jahre gut.

Dann war klar: sie wollten auf die Bühne, die Bretter, die zumindest an Fastnacht in Klaa Paris die Welt bedeuten, und welche die meisten ihrer Eltern auch schon erobert hatten, lockten nun auch die Kleinsten. Die Kinder brauchten eine richtige Trainerin.

Wie praktisch, dass Melanie Gundlach nicht nur eine Ausbildung zur Kindergärtnerin machte, sondern auch Mitglied der Tanzgarde der Heddemer Käwwern war. Somit wusste sie a) wie man mit Kindern umgeht, und b) was man mit Kindern tänzerisch alles anstellen kann. Unvergessen „Mambo Nr. 5“ oder der sehr gelungenen Tanz „Hotel International“. Zwei der Mädchen traten außerdem mit viel Talent als Duo „Pippi Langstrumpf modern“ auf. Der große Vorteil aller Gruppen, Maria Schlosser kann nähen. Und das tat sie diesmal nicht nur für ihre Kinder, sondern für alle. Die schönen Kostüme des Hotelpersonals entstanden im „Atelier Schlosser“.

Diese Kindertanzgruppe existiert seit nunmehr 1994. Und was passiert, wenn die lieben Kleinen älter werden? Die Buben gehen Fußball spielen, die Mädchen gründen eine neue Tanzgruppe. So entstand, initiiert von Melanie Gundlach die Gruppe Fantasie.

Gruppe Fantasie

Hier fanden sich Mädchen zwischen 13 und 20, die gerne tanzten. Und da Melanie gerne mittanzen wollte, brauchte man mal wieder eine neue Trainerin. Äußerst praktisch, dass Elvira Baier früher selbst einmal aktiv im KTC Rot-Weiß tanzte.
Melanie trainierte mit Elviras Kindern, dafür trainierte jetzt Elvira mit Melanie und ihren Freundinnen. Ergebnis 2000: der Tanz „Cats“, 2001: „Zauberwald“. Leider ist diese Gruppe in den letzten Jahren nicht mehr präsent gewesen, jedoch hoffen wir auf ein wiedererstarken der Truppe und auf ein Fortsetzung folgt

Lumbes und Dabbes

Fortsetzung folgt konnte man auch jahrelang bei „Lumbes und Dabbes“ sagen. Mitte der 60ziger gab es ein Zwiegespräch mit Komik und alten Witzen, gestaltet von Manfred Amthor und Wolfgang Aumüller. Bundeswehr und andere Aufgaben lösten dieses Duo auf. In die Bresche sprangen Joachim Fischer und Alfons Dresch als „Lumbes und Dabbes“. Unnachahmlich, wie hier mit alten Witzen und dummen Sprüchen das Zwerchfell des Publikums massiert wurde. Da Alfons Dresch gleichzeitig Statthalter von Klaa Paris war, trat dieses Duo in wechselnder Besetzung auf Partner von Joachim Fischer war dann Wolfgang Aumüller, manchmal auch Bodo Schlosser. 1999 hatte Joachim genug von alten Witzen. Zwar kamen sie immer noch hervorragend an, aber Joachim wollte aufhören, solange es am schönsten war. Denkste! Dies war ein gefundenes Fressen für unseren Gemeindeleiter, Matthias Köhler und unseren Pfarrer Artur Gläßer. Sie fanden es ganz praktisch, sich nicht jedes Jahr neue Figuren ausdenken zu müssen. So übernahmen sie kurzerhand die Figuren „Lumbes und Dabbes“. Der Stil wandelte sich, das Vergnügen des Publikums nicht. Selbst wenn einer der beiden, so wie in diesem Jahr, durch Krankheit verhindert, nur durch tontechnische Tricks eingespielt werden konnte: die Lacher sind garantiert!
Das Überleben von „Lumbes und Dabbes“ für die nächsten Jahre auch!

Die Musikclowns und Trio Infernal

Ewald Block und Franz Stegerwald waren eine kongeniale Paarung. Ewald, äußerst textbegabt, bühnenerfahren, von akribischer Genauigkeit und großer Musikalität. Franz, urkomisch, textunsicher, von genialischer Ungenauigkeit, aber ein instinktsicherer Fastnachter und Louis Armstrong Interpret (berühmt auch seine „italienischen Songs“). Beide, gekoppelt als musikalisches Duo, unschlagbar. Ihr größter Hit: „Wo ist denn nur mein Heringsschwanz“. Wo die Beiden an Fastnacht zu sehen waren, skandierte der ganze Saal frenetisch: „Heringsschwanz, Heringsschwanz!“

Franz‘ Unberechenbarkeit machte Ewald, dem Genauigkeitsfreund, sehr zu schaffen. Das Duo wurde durch andere musikalische Narren (Peter Meier , Wolfgang Aumüller) aufgestockt. Franz wanderte ab in die Gruppe Caos. Weitere wechselnde Musiker kamen dazu, die Gruppe schwoll zeitweilig auf 8-10 Personen an. Man sortierte sich neu, wanderte ab zu Caos. Ewald wurde Stussminister und führte die Sitzungsregie.
Übrig blieb das Duo Peter Meier/ Wolfgang Aumüller, aus stimmlichen Erwägungen aufgestockt durch Ben Metzler. Die Texte für viele der in dieser Zeit entstandenen Lieder schrieb Ellen Aumüller. Weil sie es nicht ertrug, dass dieses Trio die Lieder oft nicht auswendig konnte, sang sie einige Jahre mit. Sie konnte es nicht gut, aber sie war textsicher.

In ihrer Probenmoral erinnerte diese Musikgruppe sehr an die Gruppe Caos. Hochmotiviert, stets zu spät dran (Probenbeginn manchmal erst drei Wochen vor der Sitzung), immer zu jedem Blödsinn aufgelegt und sich nie dem „Ernst der Lage“ (Morgen ist Sitzung, und ihr könnt eure Texte nicht..) bewusst. Entnervt verließ Ellen Trio Infernal – Wolfgang Aumüller, Ben Metzler, Peter Meier diese Gruppe, nicht ohne ihr den Namen zu geben: Trio Infernal!

In der Zwischenzeit stockten viele Mitstreiter die Gruppe auf und es entstanden daraus die Schreihälse, die noch heute mit ihrer Stimmungsmusik die Sitzung abschließen

Das Prinzenpaar

Ist ebenfalls ein Programmpunkt, den es nur bei Kolping gibt. Jedes Jahr wird es neu gekürt, es gibt von den Mitgliedern jenseits des 30. Lebensjahrs kaum jemanden, der noch nicht Prinz oder Prinzessin war. Unser Prinzenpaar stellt sich dem Publikum mit einer launigen Rede vor. Wir hatten schon singende Prinzen und auch schon mal einen Prinzen, der auf offener Bühne umgezogen wurde. Bis jetzt hat es immer allen Spaß gemacht: dem Publikum und den Prinzenpaaren.

Der Protokoller

Zur klassischen Fastnachtssitzung gehört ein Protokoll. In den frühen Jahren der Kolpingfastnacht war das Christian Best. Seit 1972 ist es Wolfgang Aumüller. Mit seinem ersten Protokoll führte er eine Neuerung ein, die einmalig ist in der Fastnachtsszene: Sein Protokoll hielt er nicht im schwarzen Anzug mit Narrenkappe, sondern als Römer. Seither verkörpert er jedes Jahr eine andere Figur, aus deren Perspektive er das Zeitgeschehen beleuchtet. Ob als Wirt, als Scheich, als Johann Wolfgang von Goethe, als Struwwelpeter, als Arzt, als Engel, als Teufel, ob als Müllsack „der gelbe Punkt“ oder als überdimensionales „Handy“, Wetterfrosch, Schneemann oder Straßenkehrer, gewiß ist: sein Vortrag orientiert sich immer am Puls der Zeit. Ungewiß ist: als was kommt er im nächsten Jahr?

Die Büttenredner

Es ist fast unmöglich, alle aufzuzählen und allen 70 gerecht zu werden, die im Laufe der Jahre bei Kolping in der Bütt standen. Die meisten haben schon früh angefangen. Auch heute ist es Tradition, in jeder Sitzung wenigstens ein Kind und/oder eine/n Jugendliche/n in der Bütt zu haben. Viele in unseren Reihen haben so angefangen und danach nie mehr aufgehört. Manche sind zu richtigen Büttenassen geworden. Früher regelmäßig in unserer Bütt: Ilse Dresch, Joachim und Hildegard Fischer, Brigitte Amthor, Manfred Amthor, Bernd Block. Maria Schlosser und Jutta Steinhoff hatten einige Jahre ihre Zwiegespräche. Auch Petra Amthor-Malinowski stand als junges Mädchen erstmals in unserer Bütt, ebenso wie Natalie Fergenbauer, die schon als Zehnjährige anfing. Christiane Roth-Barufke, die einmal sogar als Eva nur im Trikot und mit Blättern bekleidet ihr Publikum erfreute, Ullrich Repp, der mit seinem Beppo eine völlig neue, sehr belachte Figur kreierte, Dominika und Johann Juraschek, die außer ihren Auftritten in den Gruppen auch noch Büttenvorträge absolvieren, unser „Küken“ Ann-Katrin Worgull, René und Alexander Lieb, die sich als Brüderpaar einige Schlachten auf der Bühne lieferten…. und die Zukunft scheint gesichert: für das nächste Jahr haben sich schon heute Leute mit neuen Ideen gemeldet. Alles in allem hat es den Anschein, dass sich bei Kolping viele Talente entweder sammeln oder entwickeln können.

Ministerpräsident und Elferrat

Unser Ministerpräsident Matthias Hehner, der Jahr für Jahr das Publikum gekonnt, charmant und voller Witz durch die meist 5stündige Sitzung führt, wird dabei von dem stellvertretenden Sitzungspräsidenten Ulrich Fergenbauer und dem Vorsitzenden des Kolpingbezirks Frankfurt, Thomas Ritz unterstützt.

Seinem Vorgänger, Joachim Fischer, der viele Jahre die Sitzung leitete, hat die Kolping-Fastnacht viel zu verdanken. Joachim hat in seinem Leben drei feste Beziehungen, denen er die Treue hält: der Kolpingsfamilie, der Fassenacht und Hildegard, seiner Frau.

Die Minister, zehn an der Zahl, die den Sitzungspräsidenten durch die Sitzung begleiten, sind immer schwer aufzutreiben, denn fast alle Kolpings sind aktiv in der Bütt. Wer dann noch verfügbar ist, landet im Elferrat. Die Zusammensetzung veränderte sich durch die Jahre. Einige wurden aktiv, einige fühlten sich zu alt, aber es gibt auch jahrelange, treue Minister. Wichtig sind sie auf jeden Fall, denn sie sind für mitschunkeln, klatschen das Verbreiten von guter Stimmung und die Verteilung der Orden zuständig.

Seit 2012 besteht der Elferrat nicht mehr ausschließlich aus Männern, sondern wird auch von Frauen unterstützt

Der Hexenkessel

Ist eigentlich nicht als solcher bekannt. Gemeint ist damit der Bühnenkeller. Hier kocht während der Sitzung der reine Wahnsinn. Maria Schlosser und Ellen Aumüller schminken hier im Akkord, von Indianern über Teufel, Engel, Schlümpfe und Clowns, von Affen über Katzen zu Löwen und Zebras alles, was ihnen unter die Hände kommt. Ach ja, Händchen halten sie auch, um das Lampenfieber zu vertreiben, denn Büttenasse sind vor dem Auftritt die reinsten Nervenbündel.

Allgemeines

Wenn ab November im Monatsprogramm häufiger die Programmpunkte „Spiele -Abend“ oder „Wir üben Rede- und Diskussionstechnik“ auf dem Programm stehen, wissen Eingeweihte: bei Kolping beginnt die 5. Jahreszeit. Im Gemeindehaus wird der Platz knapp, denn die verschiedenen Gruppen brauchen Übungsräume.
Zu allen Wochentagen und aus allen Räumen schallt stampfen, trampeln, singen, mehr oder weniger im Takt und nach Musik, dazu manch leises Stöhnen und Schimpfen, wenn nicht alles so klappt, wie man sich das vorgestellt hat.

Die Kolpingsfamilie ist auch in der Zuggemeinschaft Klaa Paris vertreten, deren Hauptaufgabe die Organisation des gesamten Klaa Pariser Fastnachtszuges ist. Dazu gehört die Beschaffung der Gelder für diesen Zug. Viele Mitglieder der Kolpingsfamilie stellen sich als Sammler für die Haus- und Straßensammlungen zur Verfügung, und das noch neben ihren sonstigen Fastnachtsaktivitäten. Hier gilt für alle Narren die Devise: der Tag hat 24 Stunden, wenn das nicht reicht, nehmen wir die Nacht noch dazu.

Der Karnevalausschuss

sitzt zusammen und macht sich Gedanken: Wer wird Prinzenpaar? Haben wir genug Programm? Brauchen wir noch mehr Inserenten für das Liederheft?

Hat jemand schon eine Idee für den Zugwagen?

Ist die Liste der Ehrengäste vollständig? Bleiben die Eintrittspreise wie letztes Jahr? Was? Die Kapelle ist schon wieder teurer geworden?

Manches läuft auch ganz selbstverständlich: Monika Ritz baut die Tombola auf, darauf ist Verlass! Ebenso darauf, dass sich genug Helfer finden, die Tombolapreise an den Mann und die Frau bringen. Natürlich finden alle Preise ihre richtigen Gewinner!

Aber zu klären bleibt trotzdem noch genug: wer kümmert sich diesmal um den Einkauf für die Kinderfastnacht und den Rosenmontagsrummel? Wer schmückt den Saal und stellt Tische und Stühle? Gibt es genug Helfer für die Kinderfastnacht? Wer kriegt welche Orden am Ordensfest? Wer richtet das Gemeindehaus für den Rosenmontag her? Macht Bärbel Hehner mit ihren Helfern wieder den Glühweinstand am Fastnachtsdienstag?

Wenn das Team nicht mehr weiter weiss, heißt es immer wieder: fragt den Thomas und Matthias! Denn bei den Beiden laufen auch für die Fastnacht alle Fäden zusammen.

Aber wenn das erste H E L A U erschallt, sind Arbeit und Mühe vergessen, der Frohsinn und die Narretei reißen alle mit. Nicht umsonst singt man in ganz Klaa Paris:

Fassenacht hier bei Kolping,
da is halt immer was los,
drausse und aach im Saal drin,
feiern hier Klaa und Gross.
Auch über’s Jahr bei Festen,
da sind wir stets bereit,
mit allen unsren Gästen
zu Frohsinn und Heiterkeit!

Einfach lachhaft

Pauline Amthor als Lorelei, Alfons Amthor als Kirchturmhahn, Karl Perotte als Verfasser vieler Theaterstücke, Texter der Finale-Opern. Walter Spychalla als E.T. A. Hoffmann, Bernd Block und seine Vorträge „Ministerpräsident“ oder „militärische Dienstanweisung zum Gebrauch eines Rasierapparates“ Das streitbare Ehepaar Hans-Joachim und Hildegard Fischer, die Musikclowns Ewald Block und Franz Stegerwald mit ihrem unsterblichen Hit: Wo ist denn nur mein Heringsschwanz? Pfarrer Tiburtius Wilms und Artur Gläßer als „Zwei alte Römer“: unvergessliche Glanzpunkte!

Aber

schildern kann man die Kolpingfastnacht sowieso nur unzureichend. Deshalb die Empfehlung an die Leserinnen und Leser dieses Berichts:

 

Kommt zum Kolping Karneval!

Unsere Ministerpräsidenten

 

1959 – 1981 Hugo Uhl
1982 – 2007 Hans-Joachim Fischer
seit 2007 amtierend Matthias Hehner


Statthalter und Prokurator

Statthalter der freien Reichstadt Klaa Paris die aus der Kolpingsfamilie stammen

1977 – 1998 Alfons I. Alfons Dresch
1999 – 2009 Wolfgang I. Wolfgang Aumüller
2009 – heute Thomas I. Thomas Dresch

und die Prokuratoren

1977 – 1998 Michael I Michael Robra
1999 – 2009 Reiner Hectus Reiner Hoffmann
2009 – heute Friedrich I Friedrich Schlegel

Ritter vom goldenen Vlies

 

Karl Perotte + Alfons Amthor + Christian Best + Ewald Block Franz Stegerwald + Karl Lehna +
Walter Spychalla + Charlotte Lehna + Hugo Uhl + Bernd Block + Hans-Joachim Fischer Alfons Dresch +
Wolfgang Aumüller + Pauline Amthor + Manfred Amthor Maria Kauntz Hildegard Fischer Ellen Aumüller
Anna-Maria Meier-Uhl Ilse Dresch + Eberhard Hahn Helga Beck Michael Steinhoff Bodo Schlosser
Pfr. Peter Wilms + Peter Meier Thomas Ritz Paul Fellner + Rainer Gundlach Jürgen Worgull +
Christiane Roth-Barufke Pfr. Artur Gläßer Matthias Köhler Maria Schlosser Jutta Müller Marianne Gundlach
Angelika Worgull Matthias Hehner Wilhelm Bremer Frank Reinhard Michael Reinhard Frauke Reinhard
Günter Reinhard Alexander Carl Marianne Debler Sandra Müller Amthor Monika Ritz Petra Malinowski Amthor
Natalie Fergenbauer Dieter Mittmann

Prinzen und Prinzesinnen

1959 Rainer I. Rainer Uhl
1960 Karl-Werner I. und Ingeborg I. Karl-Werner Lehna und Ingeborg Amthor +
1961 Gerhard I. und Ursula I. Gerhard Erbenich und Ursula Keiner
1962 Peter I. und Ursula II. Peter Bosenbecker und Ursula Fleischer
1963 Günter I. und Lioba I Günter Hartlaub und Lioba Kammerer
1964 Manfred L und Rita I. Manfred Amthor und Rita Bollin
1965 Rainer II. und Hildegard I. Rainer Stürmer und Hildegard Menz
1966 Wolfgang I. und Christa I Wolfgang und Christa Best
1967 Anna-Maria l und Berthold I. Anna-Maria Uhl und Berthold Lehna
1968 Michael I. und Hildegard II. Michael Kauntz und Hildegard Mercator
1969 Günter II. und Ursula III. Günter Schumann und Ursula Spychalla
1970 Eberhard I. und Barbara I. Eberhard Hahn und Barbara Richter
1971 Otto I. und Luitgard I. Otto Schaffrinna und Luitgard Kühn
1972 Walter I. und Gisela I. Walter und Gisela Erbenich
1973 Peter II und Edeltraud I. Peter Fleischer und Edeltraud Reinfurt
1974 Michael II. und Christa II. Michael und Christa Robra
1975 Bodo I. und Maria I. Bodo Schlosser und Maria Hermann
1976 Michael III. und Jutta I. Michael Schwanger und Jutta Steinhoff
1977 Uwe I. und Elke I. Uwe Lausen und Elke Reinfurt
1978 Karl-Heinz I. und Gaby I. Karl-Heinz Lehwald und Gaby Ferchland
1979 Wolfgang II. und Ellen I. Wolfgang und Ellen Aumüller
1980 Franz I. und Gisela II. Franz und Gisela Stegerwald
1981 Reinhold I. und Marion I. Reinhold und Marion Dawidowski
1982 Mark I. und Angelika I. Mark Liebermann und Angelika Himpel
1983 Thomas I. und Andrea I. Thomas Dresch und Andrea Hanika
1984 Thomas II. und Daniela I. Thomas Ritz und Daniela Kopany
1985 Joseph I. und Hedy I. Joseph und Hedy Ritz
1986 Ralf I. und Jutta II. Ralf Bürmann und Jutta Stegerwald
1987 Josef I. und Birgit I. Josef und Birgit Schaefer
1988 Rainer III. und Marianne I. Rainer und Marianne Gundlach
1989 Andre I. und Annette I. Andre Grotard und Annette Erbenich
1990 Izad I. und Kerstin I. Izad Soltani und Kerstin Fellner +
1991 Keine Fastnacht wegen des Golfkriges
1992 Horst I. und Helga I. Horst und Helga Beck
1993 Thomas III. und Natalie I. Thomas Jonske und Natalie Aumüller
1994 Werner I. und Barbara II. Werner und Barbara de Vries
1995 Edwin I. und Birgit II. Edwin und Birgit Schleich
1996 Ulli I. und Christiane I. Ullrich Repp und Christiane Roth
1997 Peter III. und Brigitte I. Peter Meier und Brigitte Amthor
1998 Heinz I. und Petra I. Heinz und Petra Malinowski
1999 Marek I. und Alexandra I. Marek und Alexandra Szperna
2000 Reiner I. und Monika I. Reiner Hoffmann und Monika Ritz
2001 Ernst Rainer I. und Monika II. Ernst-Rainer und Monika Fladung
2002 Tobias I. und Tanja I. Tobias Bayerl und Tanja Meier
2003 Hessisches Dreigestirn Dominka Juraschek, Melanie Gundlach und Thomas Ritz
2004 vakant
2005 Matthias I. und Stefanie I. Matthias und Stefanie Hehner
2006 Daniel I. und Daniela II. Daniel Hahn und Daniela Ritz
2007 Johann I. und Julia I. Johann Juraschek und Julia Fleischer
2008 Manuel I. und Sonja I. Manuel Repp und Sonja Heil
2009 Oli I. und Daniela III. Oli und Daniela Lieb
2010 Klaus I. und Andrea II. Klaus und Andrea Nattrodt
2011 Swen I. und Stephanie II. Swen Friedrich und Stephanie Schlosser
2012 Heiko I. und Elvira I. Heiko Schultze und Elvira Baier
2013 Michael IV. und Frauke I. Michael Reinhardt und Frauke Reinhardt
2014 Michael IV. und Frauke I. Michael Reinhardt und Frauke Reinhardt
2015 Karsten I und Katharina I. Karsten Hussock und Katharina Hussock
2016 Tobias II. und Melanie I. Tobias Schmitz und Melanie Schmitz
2017 Alex I. und Katja I. Alexander Lieb und Katja Burock